Manche Menschen kümmern sich sehr gut um andere. Nur nicht um sich selbst.
Anna steht neben dem Wallach Ramses und fragt zum dritten Mal: „Geht es dir auch wirklich gut?" Der Wallach kaut entspannt, senkt den Kopf. Sie streicht ihm über den Hals, prüft die Halfterpassform, kontrolliert den Boden auf Stolperfallen. Ramses döst. Anna vibriert.
Anna steht neben Ramses und fragt zum dritten Mal: „Geht es dir auch wirklich gut?" Der Wallach kaut entspannt, senkt den Kopf.
„Was brauchst du gerade?", frage ich sie. Sie schaut irritiert. „Ich? Nichts. Aber Ramses—" Ramses braucht nichts. Anna schon: Boden unter den Füßen. Orientierung. Luft. Aber ihr Nervensystem hat eine alte Strategie gewählt: Fürsorge als Ablenkung vom eigenen Chaos.
Fawn heißt dieser Modus. Kein Kampf, keine Flucht – sondern: Ich sorge mich um dich, damit ich mich nicht um mich sorgen muss. Im Meeting die Harmonie retten. Im Konflikt die Stimmung managen. Im Stress die Bedürfnisse anderer lesen – nur die eigenen nicht.
Ramses zeigt Anna, was sie nicht sieht: dass Regulierung bei ihr selbst beginnt. Nicht beim Gegenüber.
Ramses zeigt Anna, was sie nicht sieht: dass Regulierung bei ihr selbst beginnt.
Wer führt, braucht diese Unterscheidung. Empathie ist wertvoll. Selbstaufgabe nicht.
Der Anfang liegt in einer schlichten Frage: Was brauche ich gerade? Nicht theoretisch. Sondern körperlich, konkret, jetzt. Wärme. Ruhe. Bewegung. Ein Glas Wasser. Die eigenen Signale wahrnehmen, bevor man die der anderen deutet. Das ist keine Egozentrik. Das ist Basis. Wer sich selbst nicht spürt, kann andere nicht halten.
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