Sie stand drei Mittwoche in Folge am Koppeltor. Dieselbe Liste: Grenzen setzen. Nein sagen. Weniger funktionieren. Nichts hat sich verändert.
Am vierten Mittwoch ruft sie wieder nach Ramses. Er hebt kurz den Kopf. Senkt ihn wieder. Kein Schritt.
Ich frage sie nicht, was sie ändern will. Das weiß sie längst.
Ich frage: „Willst du das wirklich — oder klingt es nur gut?"
Sie schweigt lange. Dann: „Ich weiß es nicht."
Genau das hat Ramses gespürt. Nicht die Liste. Die Unentschlossenheit dahinter.
Wissen verändert nichts. Vorsätze verändern nichts. Etwas verändert sich erst, wenn der Wunsch nach einem anderen Morgen größer wird als die Bindung an das Gestern.
Etwas verändert sich erst, wenn der Wunsch nach einem anderen Morgen größer wird als die Bindung an das Gestern.
Drei Fragen, die ich seitdem stelle:
Bewusstsein — wo stehe ich wirklich?
Bereitschaft — übernehme ich Verantwortung dafür?
Handlung — bleibe ich dran, wenn's unbequem wird?
Menschen ändern sich in Stufen, nicht im Sprung. Wer bei „Handlung" ansetzt, bevor „Bereitschaft" da ist, scheitert fast immer.
Die Geschichte geht übrigens gut aus, im weiteren Verlauf ist Ramses von allein auf sie zugegangen.
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